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Datum: 15.11.2019

Auf dem Weg zur "Fairtrade Town"

Vor fast genau einem Jahr haben die Oldenburger Stadtverordneten beschlossen, ihre Stadt mit dem Siegel „Fairtrade-Town“ schmücken zu wollen, ein inzwischen europaweit anerkanntes Markenzeichen. Jetzt ist man auf der Zielgeraden zur Anerkennung. Zwei Betriebe der Eingliederungshilfe von Die Ostholsteiner sind mit dabei - allen voran mit einem großen fair gehandelten Sortiment das „Stadtcafé“ am Markt.

„Wir fanden, dass es nach 10 Jahren Zeit war, sich grundsätzliche Gedanken zu unserem Angebot zu machen“, sagt Café-Leiter Stephan Schlegel. So lange sei man am 5. Dezember mit dem Inklusionsbetrieb eines Tochterbetriebes von Die Ostholsteiner am Markt präsent. Das Ergebnis dieser Überlegungen: Im Stadtcafé gibt es ab sofort nur noch fair gehandelten Kaffee, teils zusätzlich in Bio-Qualität. Er kommt vom ältesten und größten, ausschließlich fair handelnden Unternehmen in Deutschland und hat so klingende Namen wie „Fuego“ (Feuer) oder „Rico“ (Reich). „Fairtrade ist zu Recht gefragt, wir alle müssen unsere Gewohnheiten in Zeiten von Klimawandel, Umweltzerstörung, ungleicher Chancenverteilung und Migrationsbewegungen überdenken,“ sagt Schlegel. Wer Zucker in seinen Kaffee nimmt, bekommt auch den fair, ebenso wie verschiedene Tee- oder Chai-Sorten. Davon hat man zwar auch noch traditionelle Produkte im Sortiment, will aber auch hier ganz umsteigen. Wer etwas Süßes mit nach Hause nehmen möchte, kann aus einem großen Angebot fair gehandelter Schokoladen wählen. Die Profi-Kaffeemaschine zum Preis eines kleinen Gebrauchtwagens wurde übrigens zu diesem Anlass auch neu gekauft.

Wer fairen Kaffee zuhause genießen will, der kann ihn mit einem weiteren Nutzen im TalenteHaus der Die Ostholsteiner-Werkstatt an der Göhler Straße 60 erwerben: Die Sorten dort sind nicht nur fairtrade und bio, sondern wurden auch in einem befreundeten Unternehmen in Mölln von Menschen mit Beeinträchtigung geröstet und weiterverarbeitet. „Die Ostholsteiner als Sozialunternehmen denken auch ökologisch und global über den Tellerrand hinaus“, so ihr Sprecher Per Köster.

Die globale Verantwortung ist auch für die Mitglieder der fünfköpfigen Steuerungsgruppe der Stadt Oldenburg auf dem Weg zum Fairtrade-Town der Grund, sich ehrenamtlich zu engagieren: Faire Löhne, faire Ankaufpreise und faire Arbeitsbedingungen, zu denen natürlich auch ein Verbot von Kinderarbeit und Umweltstandards gehörten, führten zu Armutsbekämpfung, gäben Hoffnung und beseitigten Fluchtursachen. „Wer Fairtrade-Town werden will, braucht einen Ratsbeschluss dazu, eine Steuerungsgruppe und eine Mindestanzahl von Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben mit je mindestens zwei fair gehandelten Produkten mit anerkanntem Gütesiegel. Außerdem müssen bei uns abhängig von der Einwohnerzahl mindestens ein Verein, eine Kirchengemeinde und eine Schule Fairtrade-Produkte nutzen und sich öffentlichkeitswirksam mit dem Thema befassen“, weiß Steuerungsgruppen-Sprecherin Ute Petersen-Sauren. Auch ein Minimum an Öffentlichkeitsarbeit muss vor Ort erfolgen. „Wir sind so weit, dass wir die Unterlagen bis Jahresende einreichen können“, ergänzt Steuerungsgruppen-Mitglied und Stadtmarketing-Managerin Cora Brockmann. „Betriebe, Vereine oder Einrichtungen, die faire Produkte anbieten oder auf eine andere Art mitmachen möchten, können sich trotzdem noch jederzeit melden,“ so Brockmann weiter.

Interessierte finden weitere Informationen unter www.stadtmarketing-oldenburg.de/fairtrade oder unter www.fairtrade-towns.de.

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